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Platznot des FV Löchgau

Schon über die Frühjahr- und Sommermonate sind die Trainingsmöglichkeiten für den FV Löchgau knapp. Jetzt in der dunklen Jahreszeit verschärft sich die Situation für den Verein zusätzlich, da der Rasenplatz nicht mehr genutzt werden kann. Die Frauenmannschaft muss daher bereits auswärts in Erligheim trainieren.

Zwei Kunstrasenplätze und ein Rasenspielfeld gibt es auf dem Löchgauer Sportgelände, die parallel für fünf Trainingseinheiten genutzt werden können. Für die insgesamt 24 Mannschaften des FV Löchgau (19 Jugendteams, vier aktive Mannschaften und ein Seniorenteam) sind diese Kapazitäten sowieso schon recht knapp. Aber ab Herbst spitzt sich die Lage zu. „Die Problematik ist, dass der Rasenplatz keine Flutlichtanlage hat und wir ihn daher, wenn es früher dunkel wird, nicht mehr nutzen können“, erklärt Timo Iacobelli, Sportlicher Leiter des Vereins. Teilweise könnten die Jugendteams in die Halle ausweichen. „Aber einige Trainingseinheiten müssen wir dann ausfallen lassen.“ Doch nicht nur die Jugend ist betroffen, auch die Aktiven – insbesondere das Frauenteam. „Die Frauen sind in der zweiten Bundesliga und daher verpflichtet, ihre Punktspiele auf Rasen auszutragen. Daher ist es notwendig, dass sie auch auf Rasen trainieren können“, erläutert Vereinspräsident Dieter Schuster. Doch dafür haben die Fußballdamen in Löchgau ab Herbst überhaupt keine Möglichkeit mehr. „Es ist fatal, wenn man solch ein sportliches Niveau erreicht hat und dann nicht, wie es üblich ist, trainieren kann.“ Der FVL hat daher nicht nur mit seinem Schicksal gehadert, sondern auch nach einer Lösung gesucht. „Wir haben Bürgermeister Werner Möhrer den Vorschlag gemacht, ob man nicht bei den Nachbargemeinden anfragen könnte“, berichtet Iacobelli. Erligheim und Freudental hätten daraufhin auch gleich ihre Bereitschaft signalisiert, dass Löchgauer Teams ihre Sportanlagen nutzen dürften – allerdings natürlich nicht umsonst. „Pro Trainingseinheit müssen wir für den Platzgebrauch bezahlen und auch für die Kabinennutzung“, so Iacobelli. Das summiere sich zu Kosten, die der Verein allein nicht tragen könne. „Wir haben deswegen wieder etwas zurückgerudert“, meint Schuster. So nehme man das Angebot bisher nur für die Frauenmannschaft in Anspruch. Und: Man nutzt nur das Spielfeld und verzichtet auf Umkleidemöglichkeiten vor Ort. „Die Mädels ziehen sich in Löchgau um, fahren nach Erligheim und müssen dann nach dem Training wieder in verschwitzter Kleidung zurückfahren“, führt Iacobelli aus. „Bei winterlichen Temperaturen ist die Krankheitsrate entsprechend.“ Gerne würde der FVL auch der Zweiten der Herren, die derzeit in der Bezirksliga spielt, und der B-Jugend, die in der Verbandsstaffel mitmischt, weitere Trainingseinheiten ermöglichen. „Denn normalerweise würde man, wenn Mannschaften abstiegsgefährdet sind, die Trainingsintensität erhöhen“, sagt Iacobelli. Doch dann müsse man wiederum bei anderen Mannschaften Abstriche machen. „Aber wir wollen auch das Soziale aufrechterhalten“, betont Jugendleiter Dietmar Buck. Nicht nur Leistungsfußball will der FV Löchgau fördern, sondern auch im Breitensport aktiv bleiben. „Diesen Spagat möchten wir weiterhin schaffen, damit jeder die Chance hat, bei uns Fußball zu spielen“, ergänzt Iacobelli – auch Kinder aus ärmeren Familien. 350 Kinder und Jugendliche kicken beim FVL. „Das Gros kommt aus Löchgau“, so Buck. „Wir profitieren bei unseren aktiven Mannschaften von unserer guten Jugendarbeit, in die wir seit 20 Jahren investieren“, meint Schuster. „Wenn wir für sie keine ausreichenden Trainingsmöglichkeiten mehr haben, dann sehe ich das Projekt, das wir vor zwei Jahrzehnten begonnen haben, gefährdet.“ Daher bräuchten sie dringend zusätzliche Kapazitäten, so Schuster. „Wir setzen unsere ganzen Hoffnungen auf die Gemeinde". (QUELLE: NEB Sa, 11.12.2010)

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