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Training mal anders: Frauenmannschaft beim Kung Fu

"Nicht mehr wissen, wer Freund und wer Feind ist - Konzentration kann entscheidend sein." Getreu diesem Motto folgte die 1. Frauenmannschaft des FVL im August einer Trainingseinladung des Kung Fu Clubs Bietigheim und machte dabei eine tolle Erfahrung. Wie es war berichtet Spielerin Steffi Schropp.

"Mit dem Namen „Sifu Paulos & Simo Dajanas Kung Fu“ verbanden wir, die Fußball Damenmannschaft des FV Löchgau, nicht viel. Bis zum 22. August 2011. An diesem Tag waren wir eingeladen, eine sportartenfremde Trainingseinheit in genau diesem Kung Fu Club in der Pleidelsheimer Straße 43 in Bietigheim zu absolvieren. Wir waren uns im Vorhinein nicht sicher, was genau uns erwarten würde. Das einzige, was uns bekannt war, war der Name des Clubs und die Tatsache, dass es sich um ein Training handelt, welches die Aggressivität anfachen sollte (im Spiel versteht sich). Welche Methoden hierfür angewandt werden sollten war uns zu Anfang allerdings nicht ganz klar. Eingestellt waren wir auf ein spaßiges Training mit viel Witz und ein wenig Erholung von den vorangegangenen anstrengenden Trainings- und Spieltagen. Diese Erwartungen wurden durch die freundliche Begrüßung unserer „Personal Trainerin“ Kristina Janitschke und der übrigen Trainer noch eine kleine Weile aufrechterhalten – bis es dann tatsächlich ins Training über ging. Schnell merkten wir, dass entspanntes Training an diesem Tag eine Illusion war. Schon während dem aufwärmen kamen wir stark ins Schwitzen. Richtig ausgeführte Liegestützen und ähnliche, uns fremde, Kraftübungen standen gleich anfangs auf dem Programm und brachten uns schon da an unsere Grenzen. Kristina J. versuchte, uns zu motivieren, indem sie die Übungen selbst vormachte. Diskussionsbedarf besteht allerdings bei der Frage, welchen Effekt dies schlussendlich nach sich zog. In erster Linie klappten unsere Kiefer nach unten, nachdem wir einsehen mussten, dass es tatsächlich Möglich war, solche Übungen auszuführen. Nach mehrmaligen Versuchen, die Übungen korrekt auszuführen (zumindest ein Mal), musste auch Kristina eingestehen, dass wir alle zum Scheitern verurteilt waren und hatte Erbarmen mit uns. Sie kündigte uns die erste Trinkpause an – nach gut 15 Minuten – und diese war bitter nötig! Nach einer kurzen Pause waren wir dann gewappnet für das folgende Programm. Dieses bestand aus einem Zirkel, der gleichermaßen Kraft- wie auch psychisches Training war. Der Zirkel war durch die Zeitdauer von einer Minute begrenzt, was aber mehr als genug war! Eine der Aufgaben bestand darin, eine Minute lang auf sogenannte „Pratzen“ einzuschlagen - das sind handschuhähnliche Gegenstände, die Schläge abfangen. Als zweites gab es wiederum Schlagpolster, die von einem Partner gehalten wurden und von dem anderen mit der geballten Beinkraft malträtiert wurden. Des Weiteren gab es einen Dummy, eine Art Puppe, die mit allen dem Körper gegebenen Möglichkeiten bearbeitet werden durfte. Geschlagen, geboxt, gekickt – alles war erlaubt. Während des Zirkels waren einige kurz davor, aufzuhören, doch aufgeben ist beim Boxen absolut tabu. Unsere Trainer versuchten also mit allen Mitteln, uns zu motivieren, noch einmal Kraft zu schöpfen und nicht aufzugeben. Es war zwar jeweils „nur“ eine Minute Belastung, aber diese Minute hatte es in sich. 80% oder 90% sind Fremdwörter, in dieser Minute muss man sich alles abverlangen und 100% geben. Etwas ganz wichtiges, das wir in dieser Situation lernten war, wie sehr es auf die Konzentration ankommt. Oft hörte man kurze Zwischenrufe oder ein Lachen, dies wurde aber sofort von den Trainern unterbunden. Jedoch nicht zu streng, uns wurde lediglich erklärt, wie sehr es darauf ankommt, sich zu konzentrieren und an nichts anderes mehr zu denken, als den bevorstehenden „Kampf“. Kurz darauf ging es dann in Runde 3 – sprichwörtlich. Wir hatten die Möglichkeit, durch Helme und Anzüge geschützt, gegeneinander zu kämpfen. Trotz, dass die meisten von uns schon am Rande ihrer Kräfte waren ließ sich diesen Kampf niemand nehmen. Wir versuchten nun, all das umzusetzen, was wir in den vorangegangenen zwei Stunden gelernt hatten und hatten alle sehr viel Spaß dabei.  Letzten Endes lässt sich sagen, dass sich die Trainingseinheit sehr gelohnt hat und uns wohl allen noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird, da uns einiges abverlangt wurde, mit dem wir sonst nicht konfrontiert werden. Es war höchst beeindruckend, zu sehen, wie man sich in einem bevorstehenden Kampf verlieren kann, an nichts anderes mehr denkt und, Zitat Kristina J.: „Nicht mehr weiß, wer Freund oder Feind ist“. Diesen Spruch kennt man natürlich, doch zu sehen, dass ein solcher Zustand tatsächlich durch bloße Konzentration erreichbar ist, war sehr eindrucksvoll. Ebenfalls sehr interessant war es zu sehen und am eigenen Leibe zu fühlen, wie sich eine Trainingseinheit der eigenen Sportart von der einer anderen unterscheidet. Nicht nur von der körperlichen, sondern auch von der psychischen Belastung her. Schlussendlich hat es uns allen sehr gut gefallen – trotz der Tatsache, dass wir hinterher zu nichts mehr fähig waren. Wir würden trotzdem gerne ein weiteres Mal ein solches Training absolvieren und können es nur weiterempfehlen.  Unser Fazit vom 22.08.2011: Jede Sportart und jeder Sportler kann aus einer solchen Trainingseinheit viel mitnehmen – es lohnt sich! Unter www.kungfu-bietigheim.de kann man sich selbst ein Bild machen. Unser herzlicher Dank gilt unserer Personal-Trainerin Kristina, ihren Trainerkollegen sowie den Inhabern des Kung Fu Clubs."

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